Die Geschichte

Die Orgel von 1952

Die St. Thomaskirche brannte 1944 nach einem Bombentreffer aus. Von der 1938 erbauten Orgel blieb geschmolzenes Metall zurück, aus der die Gemeinde „Heddernheimer Kreuzchen“ machte und für den Wiederaufbar der Kirche vertrieb. 1950 war der Wiederaufbau der Kirche beendet. Eine neue Orgel konnte erst 1952 fertiggestellt werden.

In der Gemeindechronik heißt es: „Seit 1948 hatte der Pfarrer den festen Plan immer wieder vorgetragen, der Gemeinde auch bald eine neue Orgel zu verschaffen. Der Inhaben der Orgelfirma Förster und Nikolaus, Herr Nikolaus aus Lich in Oberhessen, erschien zu einer Sitzung des Kirchenvorstandes und legte Kostenpläne vor. Diese sahen 27.161 Dmark vor. Eine für die Thomasgemeinde beachtliche Summe. Woher finanzieren? Es gab noch manche heiße Sitzung, bis der Entschluss, die Orgel in Lich bauen zu lassen, unter Dach und Fach kam… Es gab auch Widerstand und gelegentliches Murren, natürlich nicht in der Sitzung, sondern nachher auf dem Nachhauseweg. <Der Pfarrer macht die Gemeinde bankrott> usw. usw.“ […] „Nur meine engsten Berater wussten um die wirklichen Sorgen der Finanzierung“, schreibt der Pfarrer, „aber auch dieses Stück des Wiederaufbaus habe ich im unerschütterlichen Glauben und Vertrauen auf Gottes Hilfe in Angriff genommen.“

1952 war die Orgel fertig. „Am Sonntag, dem 2. November fand ihre festliche Weihe statt. Nach einem Festgottesdienst um 10 Uhr fand nachmittags um 15 Uhr die Weihe statt. Wie bei der Weihe der neuen Orgel im Jahre 1938 saß auch diesmal wieder der große Bachkenner Professor Walcha an der Orgelbank. Welch ein herrliches Spiel auf diesem Instrument!“

Das Kupfer für die Orgelpfeifen hatten die Heddernheimer Kupferwerke (auf dem Gelände des heutigen Mertonviertels) „in der gewünschten genauen Legierung“ gespendet. Die Orgel kostete (ohne diese Spende) 33.000 DM.